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Kangaroo Island und der Arschloch-Seelöwe

Kaum verließen wir Iron Knob, fiel uns auf, dass wir uns demnächst mal an die Reiseplanung für Kangaroo Island und Tasmanien ransetzen sollten. Unser Tagesziel war Adelaide, wo wir letztlich das WLAN eines Mc Doof’s dafür nutzten. Nach mehreren Überlegungen und Rechnungen kamen wir zum Entschluss das Abenteuer Kangaroo Island direkt am nächsten Tag anzutreten, wofür wir weiter nach Cape Jervis fuhren um dort direkt am Hafen zu übernachten, denn: Um 6 Uhr wollten wir Langschläfer die Fähre nehmen! Gesagt, getan. Wir fuhren nun mit der Fähre, begleitet von einem ziemlich schaukeligen Seegang, ca. 45 min zum Penneshawer Hafen. Kangaroo Island ist übrigens mit einer Länge von 155km Australiens drittgrößte Insel, weshalb wir uns zum Glück dafür entschieden das Auto mit rüber zu nehmen (die öffentlichen Verkehrsmittel „Rockhopper“ fahren nur alle paar Stunden). Unser erstes Ziel war der Flinders Chase Nationalpark. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einigen Kängurus auf den Feldern. Eins sprang direkt neben mir ein paar Meter neben der Straße. Man, diese Tiere sind echt schnell! Angekommen am Nationalpark, durften wir unsere ersten, noch schlafenden und ziemlich weit oben in den Eukalyptusbaumkronen versteckten Koala entdecken. Koalas schlafen ca. 20 Std. am Tag, da sie bis 1 kg Eukalyptus am Tag fressen und dieser sehr schwer verdaulich ist. Sie können bis zu 2 kg wieder ausscheiden… Zu späteter Stunde sahen wir sie weiter unten und fast aktiv 😉

Es ging weiter zum Ende der Insel nach Admirals Arch, wo wir die Felsen und bei näherem Hinsehen auch die Neuseeländischen Pelzrobben entdecken und bestaunen konnten.

Anschließend fuhren wir zu den sehr beeindruckenden Remarkable Rocks (außergwöhnlichen Felsen).

Außerdem hofften wir ein paar Schnabeltiere ausfindig zu machen, daher fuhren wir zurück zum Flinders Chase Centre um dort den Wanderpfad zu betreiten. Auf dem Weg dorthin störten wir einen Waran beim Sonnenbad auf der Straße.

Der Wanderpfad zum Platypus-Teich (Schnabeltier) führte uns durch einen Eukalyptuswald sowie einem trockenen Sumpfweg. Am Teich angekommen, stellten wir fest, dass es aktuell zu warm – wir hatten an dem Tag 35°C – für die Schnabeltiere ist, sodass wir diese nicht antrafen. Stattdessen kreuzte unseren Weg mal wieder ein Waran.

Da der Wetterumschwung Thomas etwas mitnahm, stürzte ich mich allein ins nächste Tagesziel: Seal Bay. Hier lebt eine von drei australische Seelöwen-Kolonien (ca. 800 Tiere), die man durch eine geführte Tour von Nahem betrachten kann. Und lucky me – ich bekam eine Privattour! Da ich zusammen mit einer Reisegruppe ankam und diese einen eigenen Guide hatten, erhielt ich also auch einen eigenen Guide. Wir gingen gemeinsam den Strand ca. 6 m von der Kolonie entfernt entlang und er erzählte mir sehr viel über die Seelöwen. Er fragte mich: Was unterscheidet einen Seelöwen von einem Seehund?* Und nun zum Arschloch-Seelöwen: An einer Stelle des Strandes hatte ein Männchen schlechte Laune und musste allen zeigen, wer der größte Macker ist, also robbte er umher, verscheuchte die anderen Seelöwen von ihren Plätzen, verfolgte einen Seelöwen im Wasser, störte eine Mami beim Säugen ihres Junges und sorgte für allgemeinen Aufruhr. Ein paar Puppies fingen daraufhin an zu heulen und begannen die Suche nach ihren Mamis. Der Guide erzählte mir, dass der Mensch nur in die Natur eingreift, wenn die Tiere Angelhaken sowie Plastik am Körper haben und um die Jungen zu chippen, während das Muttertier auf der Jagd ist. Nach 30 min ging es auch schon zurück. Es war auf jeden Fall sehr beeindruckend und toll den Tieren so nahe zu sein.

Hier ein paar Seelöwenfacts:

• Männchen wiegen bis zu das dreifache von Weibchen

• Seelöwen schwimmen zum Jagen zwischen 80-100 km (!) weit raus, danach liegen sie drei Tage nur am Strand rum

• Die Jungen (Puppies) bleiben solange am Strand

• Mama und Kind haben einen eigenen Ruflaut, sodass sie sich immer wiederfinden können

• In einer Kolonie können mehrerer Männchen leben, die die Jungen nicht töten

• Natürliche Feinde sind Haie und Wale

• Sie fressen Muscheln, Kraken und – jedoch eher aus Versehen – mal einen Pinguin

• Seelöwen sind am Strand ebenfalls schnell, sodass man schnell wegrennen muss

• Sie haben einen ziemlich starken Kiefer

• Diese Seelöwen sind Touristen gewöhnt. Die Puppies finden diese jedoch interessant, daher schauen sie einen oft an und es kommt vor, dass sie an den Füßen schnuppern. In so einem Fall bleibt man bewegungslos stehen, da die Jungen nicht lernen sollen, dass man mit Menschen spielen kann.

* Die Antwort: Nur, dass sie anders aussehen. Jemand meinte wohl diese anders zu nennen, weil die Männchen wie ein Löwe eine blonde Mähne haben.

Zuammenfassend kann man sagen, dass man für Kangoroo Island mehr Zeit einplanen sollte. Es gibt so viel zu entdecken und zu sehen! Aufgrund des Zeitmangels konnten wir leider nicht die ganze wunderschöne Insel und Tierwelt entdecken und verpassten Badestrände Wallabies, Schnabeligel, Kängurus vom Nahen, schnorcheln und Sanddünensurfen. Übrigens: Nicht an allen Stränden darf man aufgrund von weißen Haien baden. Bei den ganzen Seehunden ist es auch kein Wunder. Das Buffet ist dauernd geöffnet. 😉

Liebste Grüße von der Alissa 🙂

6 Kommentare

  1. Renata Koczor Renata Koczor

    Eure Fotos und Beiträge einfach spitze ich reise mit euch 😍😍😍😍👍👍👍
    Liebe Grüße Renata

    • Lizz Lizz

      Schön, dass wir dich mitnehmen und dabei haben können. 😍💜😘

  2. Detlef Ullrich Detlef Ullrich

    Super schöne Aufnahmen und super gut geschrieben …einfach nur schön.

    • Lizz Lizz

      Danke dir! Schön, dass es dir gefällt und du dabei bist. 🙂

  3. Birgit Birgit

    Hallo meine Lieben,
    Suuuuuper tolle Fotos,auch die mit dem Arschloch Seelöwen ;-))))
    Liebste Grüße zurück

    • Lizz Lizz

      Hallo Birgitchen, danke dir. Fühl dich gedrückt. 😘

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