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Sonnenbaden – was ist das? Wir schauen lieber beim Baden zu!

Nachdem uns mindestens 100.000 Menschen vor dem australischen Sommer gewarnt haben und wir mit den allerschlimmsten Temperaturen gerechnet haben, mussten wir doch recht bald feststellen, dass die West- und Südküste – im Gegensatz zur Ostküste (bis zu 50°C!) – doch recht frisch sein kann. Kurz: Wir hatten erst zwei Standtage. Unserer Meinung nach definitiv zu wenig. Da es auch an unserem geplanten Strandtag in Apollo Bay am Mittwoch zu kalt sein sollte, fleetzten wir uns in die RAWR Bar am Strand, aßen und tranken ein paar Leckereien und vertrieben uns die Zeit mit Kartenspielen, wie Phase 10, Uno und Monopoly Pocket. Nachdem Thomas gnadenlos gewann, gönnten wir uns noch ein Bierchen in einer nebenan liegenden Bar. Und siehe da: Wir mussten los!

Jetzt fragt ihr euch sicherlich wohin es ging, denn es war bereits 18 Uhr und was kann man bei kälteren Temperaturen schon machen? Tja, Australien hat nicht nur schöne Strände, sondern auch weiterhin viele Tiere, die es bei uns nicht gibt. 🙂 Wir fuhren also nach Forrest im Otway National Park. Dort trafen wir Bruce unseren Guide. Mit ihm und einem weiteren Pärchen ging es weiter hinein in den Wald entlang des Elizabeth Rivers. Unsere alte Klapperkiste namens Tanja kam zwar den anderen Autos nicht ganz so hinterher, brachte uns aber gut in die Nähe unseres Ziels: Lake Elizabeth! Von dort aus liefen wir noch 20 min bergauf und -ab durch den Wald und anschließend ging es mit zwei zusammen geschnürten Canadiern (eine Art Kanus – dank meiner Kollegin Marie weiß ich das 😉 ) auf dem See weiter. Und nun hieß es zwei Stunden Fresse halten und wachsam sein. Gar nicht so einfach! An diesem Abend hatten wir das Glück und die Ehre ein paar Exemplare einer nur in Australien beheimateten Art bei der Nahrungssuche zu beobachten – den Schnabeltieren. Diese werden bis zu 45cm groß, sind eierlegende Säugetiere, generell sehr scheu, sehen witzig aus und es gibt nur wenig von ihnen. An diesem See ca. 6 Stück. Natürlich sahen wir sie nur von weitem um sie nicht zu stören. Erkennen konnten wir sie, wenn wir auf dem See viele Luftblasen und eine längere schwimmende Linie wahrnahmen. Kurz danach kam kurz etwas zum Vorschein und tauchte sofort wieder unter. Schnabeltiere können ca. 1 min die Luft anhalten. Das naheste Tierchen suchte ca. 10 m entfernt von uns seine Nahrung. Von dem Highlight abgesehen, war das Zusammenspiel etlichen Vogelarten, summender von Insekten, röhrenden Koalas und die dennoch vorhandene Ruhe des mitten im Wald liegenden Sees einfach fantastisch. Auf dem sich bereits in der Abenddämmerung befindenen Rückweg kamen wir noch an einer kleinen Ausbuchtung am Abhang vorbei, in dem Glühwürmer (keine Glühwürmchen) leuchteten um Beute anzulocken. Diese Tour war insegsamt sehr spannend, entspannend, ruhig und aufregend zugleich. Wir fühlten uns danach, wie nach einer Meditation, Yoga, einem Spa-Tag oder einer Rückenmassage. Davon abgesehen war es auch einfach mal schön nichts zu sagen und nur zu beobachten.

Wir winken euch allen aus Melbourne zu,

Alissa

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